Lyrics

Systemflüchtling
 
Am Anfang werden wir gebor'n, erwarten nichts als Liebe.
Menschenleben von vorn, wollen wir Einheit und Friede.
Uns're Augen noch frei, uns're Herzen gelöst und eins.
 
Zwingt man nun diesen Geist in ein System.
Wenn es Zeit wird für uns, in die Schule zu geh'n.
Erlernen wir, wie Sklaven zu parier'n und dem Leistungsdruck zu besteh'n.
 
Und dann landen wir am Fließband. Unser Lebensweg
ist vorprogrammiert, als wenn er schon bei Wikipedia steht.
"Was willst du werden?", ist die Frage, um die es uns geht.
 
Doch damit meinen wir nicht frei und Einzigartigkeit.
Sondern: "Wo ist mein Platz in der Gefügigkeit?"
In einem Job, der mich klein macht und müde.
Bis zur Rente bleibt noch Zeit zu träumen.
 
System - Ich renne weg, bin auf der Flucht vor dem System.
Es ist so eng und irgendwie so unbequem.
In letzter Zeit riecht diese Luft irgendwie unangenehm.
 
System - Ich fühl' mich klein und unscheinbar in dem System.
Der Drang nach Freiheit ist nicht mehr zu übersehn'.
Ich lös' die Fesseln, breche aus, werd' über Grenzen gehn'.
 
Und wir stehen in den Schlangen der Bürokratie.
Und verlangen vom Amt ein bisschen Würde auf Kredit.
Doch zahlen diesen mit Schulden dann doppelt zurück.
 
Dreh'n wir in den Mühlen der Wirtschaft vollkommen am Rad.
Stupide, anonym funktionieren wir Tag für Tag.
Und spüren doch, dass da irgendetwas an uns nagt.
 
Wir versuchen zu erklär'n, was der Verstand nicht begreift.
"Was fehlt mir zum Glück? Was brauch ich noch für die Vollkommenheit?"
Schnüren uns ein mit der Angst, jemand sei unser Feind.
 
Und diese Ängste geschürt durch Medien und Staat.
Natürlich von dem, der dadurch Vorteil hat.
"Bleib du schön ein stummes Rad im System."
Denn sonst wird die Pyramide sich umdreh'n.
 
System - Ich renne weg, bin auf der Flucht vor dem System.
Es ist so eng und irgendwie so unbequem.
In letzter Zeit riecht diese Luft irgendwie unangenehm.
 
System - Ich fühl' mich klein und unscheinbar in dem System.
Der Drang nach Freiheit ist nicht mehr zu überseh'n.
Ich lös' die Fesseln, breche aus, werd über Grenzen geh'n.
 
Ich bin ein Systemflüchtling! Flüchtling! Wo renn' ich hin?
Systemflüchtling! Flüchtling! Wo kann ich hin?
 
Und sie entscheiden für uns, was gut ist und schlecht.
"Wer kriegt heut' uns're Waffen? Für wen zieh'n wir heut' ins Gefecht?
Wer ist heute der Böse?", erfahren wir im Sonntagskurier.
 
Sie spielen Schach mit Zinnsoldaten aus menschlichem Fleisch.
Und feuern mit Granaten auf die Menschlichkeit.
Und wir stehen stramm. Für die nächste Wahl sind wir allzeit bereit.
 
Und dann wundern wir uns, dass die ganze Welt flieht.
Sind wir nicht alle auf der Flucht vor dem, was hier geschieht?
Eine Elite, die gefangen hält. Das große Auge, das zusieht.
 
Wissen wir nicht mehr, wohin wir noch flüchten soll'n.
The New World Order wird mit Panzern einroll'n.
Oder wir sind selbst der Wandel, den wir wollen!
 
Am Ende liegen wir am Strand mit blass, blauer Haut.
Uns're Augen, Blutrand, haben auf eine bessere Zukunft vertraut.
Uns're Erde verbrannt. Uns'rer Heimat beraubt.
 
Sind wir die ersoffene Hoffnung auf Menschlichkeit.
Und wir stranden an den Stränden der Gutbürgerlichkeit.
Dann schlagen uns're Körper an die Pforten der Demokratie.
Und zerfallen zu Staub...
 
System - Ich renne weg, bin auf der Flucht vor dem System.
Es ist so eng und irgendwie so unbequem.
In letzter Zeit riecht diese Luft irgendwie unangehm.
 
System - Ich fühl' mich klein und unscheinbar in dem System.
Der Drang nach Freiheit ist nicht mehr zu überseh'n.
Ich lös' die Fesseln, breche aus, werd über Grenzen geh'n.
 
Ich bin ein Systemflüchtling! Flüchtling! Wo renn' ich hin?
Systemflüchtling! Flüchtling! Wo kann ich denn jetzt noch hin?
 
Wo darf ich sein? Wo ist mein Heim?
Angsfrei und nicht allein.
Wo führt es hin, wenn jedes Kind,
Du und ich, nur noch Flüchtlinge sind?
 
Wo soll'n wir hin, wenn diese Welt
dich und mich, nur noch gefangen hält?
Wie kann das sein? Wir fühl'n uns allein.
Und doch teilen 7,5 Milliarden Menschen
dasselbe Heim!

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