Lyrics

Johanna von Kuczkowski, Gesang / Peter Rodekuhr, Klavier

Vers 1
Mein Vater ist im Stroh während der Flucht gebor’n,
seinen Vater hat er kurz darauf im Krieg verlor’n.
Meine Oma hat ihre Freundin niemals wieder geseh’n,
sie sah im Laufen noch von fern ihr Haus in Flammen aufgeh’n.
 
Meine Mutter hat niemals ein eignes Zimmer gehabt,
es war’n zu viele Flüchtlinge im Haus und in der Stadt.
Mein Opa hat gehungert und im Winter Rüben geklaut
und später Stein für Stein sein Haus wieder mit aufgebaut.
 
Als Kind schon hört’ ich die Geschichten, staunte stumm, so viele Fragen,
lauschte historischen Berichten, die Antwort konnt’ mir niemand sagen.
Was tun Menschen andern Menschen an? Warum? Sag mir wofür?
Die Erde wurde nicht für Krieg gemacht, dafür sind wir nicht hier!
 
Chorus
Reich mir deine Hand, die genauso warm wie meine ist,
aus welchem fernen Land auch immer du gekommen bist.
Wir haben beide Angst und brauchen beide Mut
dieses Leben zu besteh’n.
 
Reich mir deine Hand, die genauso stark wie meine ist,
aus welchem fernen Land auch immer du gekommen bist.
Wir haben beide Angst, doch wir sind nicht allein
dieses Leben zu besteh’n.
 
Vers 2
Mein Sohn ist fünf, er stellt mir Fragen,
große, kluge, aber was, mein Gott, was soll ich ihm denn sagen?
Dass wir Menschen für viel Geld auch über Leichen geh’n?
Dass zuviel Macht meist dazu führt dir dein Gewissen zu verdreh’n?
 
Dass wir vor Wohlstand unsre heile Welt in Plastikmüll ersticken,
aber Menschen, die in Not sind wieder nach Hause schicken?
Meine Onkel, Tanten, Brüder, Schwestern haben sich entschieden:
Kein Reichtum, keine Macht der We - lt ist mehr wert als der Frieden!
 
Seit Jahren hör ich die Geschichten, staune stumm, so viele Fragen,
lausche den täglichen Berichten, möchte schreien und verzagen.
Was tun Menschen andern Menschen an? Warum? Sag mir wofür?
Die Erde wurde nicht für Krieg gemacht, dafür sind wir nicht hier!
 
Chorus
Reich mir deine Hand, die genauso warm wie meine ist,
aus welchem fernen Land auch immer du gekommen bist.
Wir haben beide Angst und brauchen beide Mut
dieses Leben zu besteh’n.
 
Reich mir deine Hand, die genauso stark wie meine ist,
aus welchem fernen Land auch immer du gekommen bist.
Wir haben beide Angst, doch wir sind nicht allein
dieses Leben zu besteh’n.

 


Songwriters

Text und Musik: Johanna von Kuczkowski, 3/2018
www.johannavonkuczkowski.de
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